PersonDir. Roman Holzer

  • Geboren
    09.02.1897
  • |
  • Gestorben
    24.02.1944

Dir. Roman Holzer

Geboren am 09.02.1897 in St. Lorenzen bei Trieben.
War laut Meldebuch
1) ab 12.11.1919, damals Hausnummer 148, gemeldet und nach Lassing zuständig;
2) ab 03.12.1923,  damals Hausnummer 289, gemeldet; war nach Weißenbach b. L. zuständig.

Verheiratet mit Aloisia Holzer, geb. 1901.

Sohn: Frohwin Holzer, geb. 1923.

Soldat des Ersten Weltkrieges. Dank seines organisatorischen Talentes wurde er bald Oberbuchhalter der Einkaufsgenossenschaft von Liezen, aus der später die ADEG hervorging. Eintritt in die NSDAP und SA noch vor 1931. Half 1932 am Aufbau der SA-Sturmführerschule in Liezen mit und erhielt dafür finanzielle Unterstützung von Dr. Schröder und Dr. Geutebrück.

Mit Beginn der Verbotszeit im Sommer 1933 organisierte er illegale, als Kletterkurse des Steirischen Gebirgsvereins getarnte SA-Kurse und Schießübungen in den Grenzbergen zu Oberösterreich. Er dürfte als Schulungsleiter an einigen Kursen selbst mitgewirkt haben. Holzer war auch, vermutlich seit Herbst 1933, NSDAP-Bezirksführer von Liezen. Zur Organisation seiner Aufgabenbereiche waren viele Fahrten notwendig, die er mit den Dienstreisen der Genossenschaft verbinden konnte. Nur so ist es erklärbar, dass er den Behörden nie auffiel. Zu Beginn des Jahres 1934 stand er im Range eines Sturmbannführers und wurde kurz vor dem Juliputsch zum Standartenführer ernannt. Seine Standarte, die SA-Jägerstandarte J 9 (Ennstal), umfasste vier Sturmbanne mit insgesamt 2.050 SA- und SS-Männern, 800 weitere Personen waren unterstützende Mitglieder. Von seinem Vorgesetzten Brigadeführer Friedrich Fenz erhielt er einige Wochen vor dem 25. Juli 1934 den Befehl, die bevorstehende NS-Erhebung in den Bezirken Gröbming, Liezen und im Eisenerzer Becken vorzubereiten und nach Erhalt des Losungswortes durchzuführen. Nach dem Scheitern des Putsches flüchtete er nach Deutschland und trat der Legion bei.

Im Herbst 1938 kehrte er nach Liezen zurück und wurde zum Bürgermeister ernannt, indem er Josef Wulz, der als "Platzhalter" einige Monate Bürgermeister gewesen war, ablöste. Inzwischen hatte er den Rang eines SA-Obersturmbannführers erlangt.

Bis zum Jahr 1944 war er Bürgermeister, wobei seine Amtszeit mehrmals durch den Dienst in der Wehrmacht unterbrochen war (Gebirgsjäger-Ersatzregiment 138).

1944 wurde er als Hauptmann nach Belgrad im besetzten Jugoslawien versetzt und galt ab Februar 1944 als verschollen. Erst Monate später sickerte durch, dass er auf einer Kurierfahrt nach Marburg von Partisanen ermordet wurde. Heimatforscher Rudolf Winkler in Liezen erfuhr von Holzers Sohn Frowin (geb. 1923), dass sein Vater von der NSDAP, wie sie sich seit dem Jahr 1938 entwickelt hatte, zutiefst enttäuscht war und dass er sich freiwillig zum Dienst in der Wehrmacht gemeldet hatte. Er soll sich auch geäußert haben, dass man nach dem Krieg mit den Nazibonzen abrechnen werden müsse.


Bürgermeister

  • 30.11.1938 - 13.03.1945

Mitglied des Gemeinderates (NSDAP)

  • 1938 - 1944

Quelle: Protokolle der Verhandlung am Militärgerichtshof Leoben vom 11.09.1934. Bericht Roman Holzers über die Kämpfe am Pyhrnpaß. Liezen, 05.06.1939, aus der Sammlung von Rudolf Winkler, Liezen. Protokoll der Befragung von Manfred Hofer, Irdning, Sammlung Blatnik. Mitteilungen von Rudolf Winkler und Karl Hödl, Liezen. Meldebuch 1920 - 1931, Seiten 355; 533;
Verfasser: Karl Hödl, 02.01.2008. Brigitte Hödl, 23.02.2014.
Letzte Überarbeitung: 11.07.2019
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